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Mein "längstes" Aquarell

Nein, nicht vom Format her ist dies mein "längstes" Bild... wie für viele andere Motive verwendete ich einen "halben Bogen", Bildformat 54x34 cm, diesmal ein "Arches grain torchon 300g".

Sondern: Ich habe wohl kaum einmal mehr Zeit aufgewendet für ein Aquarell - die Häuserzeile von Thuns Altstadt stellte sich als echte "Nifeliarbeit" heraus! Nun aber schön alles der Reihe nach:

Bereits das Vorzeichnen mit Bleistift beanspruchte wohl über eine Stunde, obwohl ich in diesen Dingen recht geübt bin, selten grosse Korrekturen anbringen muss, ohne Raster und Massstab arbeite. Damit ich den Herbstwald über den Hausdächern recht zügig malen konnte, deckte ich die zahlreichen Schornsteine mit Maskierstift ab. Zuallererst galt es aber, den Himmel zu malen, flüssig auf das mit dem Schwamm leicht angefeuchtete Papier. das warme Gelb liess ich dabei bis in den Wald hinein fliessen. Nach dem Auftrocknen fuhr ich mit dem Herbstwald weiter: Zuerst das warme Gelb-Orange-Grün, darüber, hauptsächlich mit Ultramarinviolett, die dunkleren Partien, teils noch in die leicht feuchte untere Farbschicht, um keine allzu harten Konturen zu erhalten.

Nun begann die arbeitsintensivste Phase: Die Gestaltung der Altstadthäuser! Zuerst tönte ich die Dachlandschaft mit leicht variierten Brauntönen, dann arbeitete ich mit von einer Fassade zur nächsten durch. Dabei erwies sich der "Maestro"-Pinsel Grösse 8 als mein bester Gehilfe. Mit seiner feinen Spitze liessen sich hauchdünne Linien ziehen, Fenster mit Sprossen anlegen, ohne dabei allzu exakt werden zu wollen.

Dies Arbeit verteilte sich auf mehrere Malsequenzen. Ähnlich ging es anschliessend mit der Holzbrücke samt Blumenschmuck weiter...

Die abschliessende Gestaltung war dann noch das Dessert der ganzen Arbeit, ebenfalls die Blätter des im Vordergrund stehenden Baumes. Zu guter Letzt kam das Bild mehrmals auf den "Prüfstand" bzw. auf die Staffelei, damit ich das Bild aus etwas Distanz auf mich wirken lassen konnte. Da und dort drängte sich dabei noch eine leichte Korrektur auf, dies erfolgt dann bei mir jeweils völlig losgelöst von der ursprünglichen Bildvorlage.

Die Anzahl Stunden, welche ich mit dieser Arbeit verbracht habe, habe ich nicht gezählt - jeder einzelne Pinselstrich hat mir jedoch Freude bereitet!