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Ausmisten! Dezember 2018

Nein, so möchte ich dieses Bild natürlich nicht nennen! Wohl eher "Kapellbrücke im Winterkleid" oder so... Mit "ausmisten" meinte ich eher die Vorgeschichte: So eine Bildersammlung auf dem PC ist ja eine feine Sache, und mit der heutigen Speicherkapazität haben fast unendlich viele Bilddateien in solch einer Kiste Platz. Nur, die Zeit, die gemachten Aufnahmen kritisch zu begutachten, zu sortieren und unbrachbare Motive gleich auszumisten, die fehlt dann meistens. So haben sich in den letzten 10 Jahren rund 24'000 Fotomotive angesammelt, schön nach Entstehungsdatum im i-Photo abgelegt. Da muss mal was geschehen! Man begibt sich sogleich auf eine Zeitreise, Erinnerungen an Ausflüge, Ferien, Festtage werden wach. Grosszügig wird auch die Löschtaste benutzt - manchmal zögere ich auch einen Moment: "Im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten" - das Bild darf bleiben! Und ab und zu stosse ich unerwartet plötzlich auf eine "Perle" im Archiv!

Rund um mein aktuelles Lieblingsthema "Wasser" sind in letzter Zeit verschiedene Motive aus Luzern entstanden. Da stosse ich plötzlich auf eine Fotostrecke "Luzern im Schnee". Leider war das Wetter während unseres Aufenthaltes so ziemlich grau in grau - das Motiv eher für eine Bleistiftzeichnung geeignet. Wohl deshalb der Grund, weshalb ich es malerisch zur Zeit der Aufnahme verschmäht habe!

Nun aber kitzelte es mich doch: Liesse sich da bei der Umsetzung ins Aquarell nicht etwas mehr Licht und so auch mehr Farbe ins Bild bringen? So liess ich die Sonne gleich hinter Laterne und Aufgang zur Kapellbrücke etwas den Nebel auflockern und die Szenerie in farbiges Gegenlicht eintauchen... Ob die Sonne dann den Nebel wohl noch ganz zum Verschwinden gebracht hat?

Herbst! November 2018

Bei diesem kaum endend wollenden Herbst lockte es mich einmal mehr, mich mit den Thema "Herbstlaub" zu beschäftigen. Nachdem ich vor ein paar Jahren bereits eine ganze Serie ähnliche Bilder geschaffen habe, packte mich erneut die Lust, im nahen Wald ein paar Ahornblätter als Hauptmotive zu holen und die dann "wie zufällig hingefallen" auf einem halben Bogen (36x56 cm) 300g-Aquarellpapier zu plazieren. Zuvor liess ich mit dem grossen Pinsel über grosse Teile des Blattes erst mal eine "Schwall" leuchtendes Gelb auftragen. Dann begann ich, die beiden vorgezeichneten Blätter auszugestalten. Dabei hielt ich mich nicht an die natürliche Vorlage, sondern malte einfach so, wie mir die Blätter zu gefallen hatten! Den direkten Hintergrund dunkelte ich mit weiteren Farbaufträgen etwas ab und liess ringsherum einige weitere Blätter in freien Formen "fallen". Vieles blieb dabei nur angedeutet, positive und negative Formen wechelten sich ab. Immer wieder wanderte das Bild auf die Staffelei, damit ich es aus ein paar Metern Distanz betrachten konnte. Wo sollte noch etwas verdichtet werden? Besonders gefiel mir schlussendlich das halb-weisse Blatt oben links als Gegenspieler zur grösseren freien Fläche rechts. Und auch irgendwann beschloss mein "Bauchgefühl": Fertig!

Blick ins "Oberaar-Gebiet" Oktober 2018

In der zweiten Septemberhälfte konnte ich bei meist prächtigem Wetter ein paar Tage in der herrlichen Bergwelt verbringen. Ein erster Ausflug führte mich vom Grimselpass aus in Richtung Oberaar-Stausee. Von der imposanten Staumauer aus schweifte der Blick in Richtung Gletscher (auch der kriecht stets rückwärts...) und Berggipfel. Während der hintere Teil des Sees in ganz hellem Türkis leuchtet, spiegelt sich die Bergkulisse im leicht gekräuselten Wasser des Vordergrunds.

Das Bild entstand, wie bei mir üblich, einige Tage im Nachhinein in meinem Atelier. Dort erstreckte sich die Arbeit übere mehrere Sitzungen, bis ich schlussendlich mit dem Resultat zufrieden war.

"Kunstmarkt-Malerei" September 2018

Wie in den vergangenen Jahren schon benutzte ich meine Präsenz am Zofinger Kunstmarkt dazu, den an meinem Stand vorbeiflanierenden und im besten Fall etwas stehen bleibenden Marktbesuchern einen praktischen Einblick in meine Aquarell-Malerei zu vermitteln. Tiermotive sind als "Publikumsmagnet" scheinbar besonders geeignet. Manchmal sind es auch die jüngsten Besucher, die da plötzlich rufen: "Papi, schau, der malt eine Katze!"

Oft ergeben sich dann dabei auch kurzweilige Gespräche. Dann bleibt der Pinsel halt eine Weile liegen, bei einem solchen Motiv meist kein Problem. "Wissen Sie, ich male drum auch!" ist dann auch ein oft gehörter Satz - und schon sind wir mitten in einer Fachsimpelei... welches Papier, welche Farben, welche Pinsel, "ist das wirklich ein Aquarell?" und so weiter.

Auf diese Art und Weise vergehen die Stunden am Stand wie im Flug.

Die drei Motive, welche ich mir dieses Jahr vorgeknüpft habe, habe ich zuhause bereits sorgfältig vorgezeichnet - dazu brauche ich Ruhe und Konzentration, dass die Proportionen denn auch stimmen. Ebenfalls habe ich für die Schnurrhaare ein paar feine Linien mit Maskierflüssigkeit gezogen und gut antrocknen lassen.

Trotzdem, nach 9 Stunden Präsenz war ich ziemlich geschafft, trotzdem zufrieden mit dem gemalten. Ich werde nächstes Jahr wieder malen!